Jörg Widmanns Études Nr.
2 3 für Violine Solo gespielt von Solistin Carolin Widmann am 21.05.2021 in der Kölner Philharmonie im Rahmen des Konzertes Widmann 2 des WDR Sinfonieorchesters.
Jörg Widmann - Études Nr.
2 3 für Violine Solo
Carolin Widmann Violine
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Werkeinführung
Insgesamt sechs Etüden für Violine hat Jörg Widmann bislang vorgelegt.
Entstanden über einen recht langen Zeitraum zwischen 1995 und 2010 waren sie anfangs gar nicht als Zyklus geplant.
Erst als Widmann den Impuls verspürte aus dem Schlussakkord der 1.
Etüde ein neues Stück zu entwickeln wurde ihm klar dass hier etwas unterschwellig gegärt hatte.
Angelehnt an das historische Vorbild eines Paganini Violin-Capricen oder Chopin Klavier- Etüden legt Widmann jedem seiner Stücke eine besondere spieltechnische Herausforderung zugrunde.
So beginnt die 2.
Etüde vokal: Die Solistin oder der Solist ergänzt die beiden gespielten Töne singend zum dreistimmigen Choral.
Eine Zeitlang dominiert der ruhige Anfangsgestus dann gerät einiges in Bewegung: Nicht nur die Töne verschieben sich auch die Wechsel von Lautstärke und Betonungen erfolgen nicht mehr synchron bis die Singstimme mit einem Seufzer verstummt.
Nun ist es an der Geige den Gesang weiterzuführen und zwar auf ihre Weise: mit Glissandi Trillern weiten Legato-Bögen.
Nach und nach aber schleichen sich typisch instrumentale Ausdrucksmittel ein und gewinnen die Oberhand: kurze abgehackte Töne schnelle Läufe Sprünge über mehrere Oktaven Geräuschhaftes und Akkorde.
Wenn Widmann precipitando vorantreibend und feroce wild als Vortragsbezeichnung wählt hat man den Eindruck die Geige wolle sich vom Zwang des Singenmüssens befreien.
Am Ende gehört ihr das Feld.
Die Etüde Nr.
III könnte man als Studie über Virtuosität bezeichnen.
Sie ist so aberwitzig schnell dass sich der Einzelton beim Hören kaum erfassen lässt der Aufbau des Stücks dafür recht gut.
Hier jagt eine Herausforderung die nächste: rasende Sechzehntel anfangs tonlos dann allmählich Klang gewinnend mit immer größerem Ambitus bis in höchste Lagen Einbau von Flageoletts Einzelton-Glissandi Akkord-Glissandi Rückkehr zu den Sechzehntelläufen und Übergang zu Pizzikati.
Dieses Zupfen erfolgt am Ende nur noch mit den Fingern der Linken wie überhaupt diese Etüde vor allem eine für die linke Hand ist.
Text: Marcus Imbsweiler
Источник: rutube.ru